Schulgeschichte
1923
Drei Jahre nach der Vergabe der ersten Siedlungsstellen konnte am 10. April 1923 in der Baurat Schulz entworfenen Schule (heute Oberschule) mit dem Unterricht begonnen werden.
1932
In Brieselang konnte in 8 Klassen voll unterrichtet werden. Hier ein Klassenfoto aus dem Jahr 1932.
Die Schule verfügte über eine Bücherei, Lehrmittelzimmer und - nicht unwichtig - eine Zentralheizung. Der symmetrische Ausbau des Gebäudes zu einem "U" war noch in den 30er Jahren geplant. So sollte die Schule nach ihrer endgültigen Fertigstellung einmal aussehen. Bis 1935 entstand der erste Erweiterungsabschnitt mit dem markanten Portal und den beiden Relief-Figuren des Bildhauers Hans Klakow.
Der Beginn des 2. Weltkrieges stoppte die weiteren Bauvorhaben.
Auch an der Schule ging die Machtergreifung der Nazis nicht spurlos vorüber. Als Schulleiter wurde schon 1933 der linientreue Arthur Phillip eingesetzt und der Schulplatz standesgemäß in "Adolf-Hitler-Platz" umbenannt. Nach dem Ausbau der Aula prangte an deren Stirnseite ein überlebensgroßes Bild vom "Führer".
1945
Da die Schule während des Krieges unbeschädigt blieb, konnte schon am 15.Mai 1945 mit dem Unterricht begonnen werden. Dr. Pfeiffer war nun der Schulleiter, so genannte Jung- bzw. Neulehrer übernahmen nach der erfolgten Schulreform den Unterricht unter schwierigen Bedingungen, denn es fehlte an Büchern, Heften und sogar an Kreide.
In den harten Wintermonaten 1945 und 1946 war auch das Heizmaterial sehr knapp. Viel Kinder hatten weder warme Kleidung noch Schuhe. Im Winter wurde die Schule in Holzpantinen und im Sommer barfuss besucht. Durch die Zuweisung von Flüchtling- und Umsiedlerfamilien war die Einwohnerzahl auf etwa 5000 angestiegen.
1949
Max Henning (1919-2006) wurde Schulleiter. Er kam als Neulehrer nach Brieselang und prägte das Profil der Schule bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1983. Auch im hohen Alter ließ er es sich nicht nehmen, das eine oder andere Klassentreffen in Brieselang zu besuchen.
1960
1960 gab es in Brieselang das erste Mal eine 10. Klasse, welche von Frau Kunze als Klassenleiterin zum Abschluss geführt wurde. Seitdem fand der Unterricht in vollem 10klassigem Umfang in der Polytechnischen Oberschule (POS) "Freundschaft und Frieden" statt. Seit 1955 bestand auch der Hort -in der Regel für Kinder der 1.-4. Klassen - mit 15 Plätzen. Diese Kapazität konnte in den folgenden Jahren auf über 130 ausgebaut werden.
1975
Für 745 Schüler in 30 Klassen war es also immer noch nicht möglich, bei schlechtem Wetter einen geordneten Sportunterricht durchzuführen. Grund genug für zwei Sportlehrer, das Adjektiv "demokratisch" im Namen ihres Staates wörtlich zu nehmen. Sie schrieben eine Eingabe an das Zentralkomitee der SED. Diese Auffassung von Demokratie brachte ihnen allerdings eine Menge Ärger mit den "zuständigen Organen" ein, Brieselang aber auch die lang ersehnte Sporthalle.
1978
Trotz der miserablen Bedingungen für den Sportunterricht erkämpften die Schüler der POS Brieselang zahlreiche sportliche Erfolge, vor allem in der Leichtathletik und im Fußball. Hier ein Foto der Teilnehmer an der Kreisspartakiade 1978.
1981
1981 konnte endlich die Sporthalle eröffnet werden.
1983 wurde Direktor Max Henning in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Für kontroverse Diskussionen im Ort sorgte wenig später die Übersiedlung mit seiner Frau ins damalige Westberlin. Sein Nachfolger wurde Hubert Ulbricht, der die Schule bis 1991 leitete. Anfang der 80er Jahre machte sich der sog. Geburtenknick bemerkbar, 1985 gingen nur noch 478 Kinder und Jugendliche in Brieselang zur Schule.
ab 1991
Vom Schulträger, dem Amt Brieselang wurden umfangreiche Sanierungsmaßnahmen eingeleitet. Das alte Gebäude erhielt ein neues Dach, die Fassade wurde saniert, neue Fenster eingesetzt und die Unterrichtsräume nach und nach mit neuen Schulmöbeln ausgestattet. Unter Regie von Physiklehrer Eberhard Köhler entstand zu einer Zeit als viele der neuen Technik noch skeptisch gegenüberstanden, in einem Klassenraum ein Computerkabinett mit 6 PC´s.
1996 - 1998
Im Gebäude der Gesamtschule wurden Physik- und Chemiekabinett völlig neu aufgebaut und ausgestattet. Am 1.Juni 1996 erfolgte die Grundsteinlegung der neuen Robinson-Grundschule auf dem Gelände des ehemaligen Sportplatzes. Zu Schuljahresbeginn 1997/98 am 2.August 1997 wurde die Schule mit der Einschulung von 92 ABC-Schützen eröffnet. Im November 1998 wird Christof Kürschner Schulleiter.
2001
Inzwischen wird am Rande des Wohngebietes Süd in der Nähe der Autobahn die nächste Schule gebaut. Als Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe angedacht, entschloss man sich dann doch, eine Grundschule zu bauen, da es nur für diesen Schultyp Fördermittel vom Land Brandenburg gibt. Trotz der fortgeschrittenen Bauphase war dieser 2. Schulneubau im Ort heiß umstritten. Schon für die Robinson-Grundschule muss das Amt noch bis 2020 den Kredit bedienen, dazu kommen weitere Finanzlöcher, deren Erläuterung hier den Rahmen sprengen würde. Die Kritiker der neuen Grundschule argumentieren, dass auf lange Sicht nicht genug Kinder für zwei Grundschulen eingeschult werden. Andererseits sind die Verhältnisse auf dem "alten" Schulgelände wieder chaotisch. Fast 1200 Schüler teilen sich die 20 Jahre alte Sporthalle. Nur noch 2 der 3 geforderten Wochenstunden Sport können erteilt werden. Die Gesamtschule ist inzwischen 4-zügig und benötigt weitere Unterrichtsräume. Chaotisch ist die Situation auch bei Lehrereinsatz. Bildungsministerium, Schulamt und Personalrat schaffen es nicht, jeweils zum Schuljahresbeginn genügend Lehrkräfte an die Schulen zu schicken. Paradox bei 4 Millionen Arbeitslosen...
2003
Im Rahmen des maus-Projektes ("Medien an unsere Schulen") des Landes Brandenburg können das vorhandene Computerkabinett und ein weiterer Raum mit insgesamt 22 Multimedia-PC´s ausgestattet werden.
2004
Wieder eine Schulreform ! Aus Gesamt- und Realschulen werden im Land Brandenburg Oberschulen gebildet. Größtes Bauprojekt in diesem Jahr ist die Sanierung der Sporthalle für ca. 380.000 €.
2006
Die sinkenden Schülerzahlen haben auch Auswirkungen auf unsere Schule. Die Anmeldezahlen reichen nicht, zwei neue 7.Klassen zu eröffnen.
2007 / 2008
Weiter geht es mit zwei neuen 7.Klassen. Trockenen Fußes kommen Schüler und Lehrer jetzt zu den Gebäuden. Die Gemeinde ließ auf dem Schulhof Gehwege anlegen. (Siehe auch "Presse" und "Bilder") Erstmals lernen bei uns Schüler aus den Gliendörfern Perwenitz, Pausin und Wansdorf. So taten sich ganz andere Probleme auf, denn entgegen anders lautender Versprechungen der Behörden war der Schülertransport nicht gesichert.